Site logo

ALS

Die beste Krankheit taugt nix ...
  • Prolog
  • ALS = ?
  • Lexikon
  • Links
  • Tagebuch
  • Check
  • Forum
  • Prolog
  • ALS = ?
  • Lexikon
  • Links
  • Tagebuch
  • Check
  • Forum
Jul 2008
Jun 2008
May 2008
Apr 2008
Mar 2008
Feb 2008
Jan 2008
Dec 2007
Nov 2007
Oct 2007
Sep 2007
Aug 2007
Jul 2007
Jun 2007
May 2007
Apr 2007
Mar 2007
Feb 2007
Jan 2007
Jan 2007
Tagebuch | Feb 2007

Bewältigungsstrategien

(null)/(null)/(null) (null)
Den Erkenntnisschock zu verarbeiten muss wohl eine der größten Herausforderungen sein. Die Gefahr, in irrationalen Aktionismus oder völlige Lethargie zu verfallen, ist eine wohl durchaus verständliche Reaktion, vermag aber weder Betroffenem noch Freunden und Angehörigen weiterzuhelfen.

Coping- oder Bewältigungsstrategien ist das Schlüsselwort. Im medizinischen Sinn bezeichnet Coping das Bewältigungsverhalten von Menschen mit chronischen Krankheiten und Behinderungen. Die Frage dabei ist, ob selbst bei aller Einsicht und allem Verständnis dieser psychischen Prozesse ein Mensch imstande ist, aus eigener Kraft damit zurande zu kommen. Ich denke, hier ist fachkundige Unterstützung erforderlich, und es muss für Bernd der erste Schritt sein, einen Menschen aus diesem Fach zu finden, dem er sein Vertrauen schenken kann.

Der Umgang mit der Krankheit wurde 2006 in einer
Dokumentation über eine Familie verfilmt, in der ein ALS-Fall aufgetreten ist (englisch).

Dieser Leitgedanke lief mir heute über den Weg:

Ich wünsche mir die Kraft und den Mut,
Dinge zu ändern, die zu ändern sind,
die Ruhe und Gelassenheit,
Dinge anzunehmen und zu akzeptieren,
welche nicht geändert werden können,
und die Weisheit,
das einen vom anderen unterscheiden zu können.

Wirre Gedanken ...

(null)/(null)/(null) (null)
Was macht man, wenn das Leben durch eine weitestgehend unerforschte Krankheit plötzlich relativ konkret limitiert wird? Wie kann ich unter dieser seelischen Belastung meinem Beruf noch nachgehen?

Bernd rief heute an, ganz normal, er stehe im Stau. Wir telefonieren, und tschüß! - Ein Stau! Was für ein Problem im Vergleich zu seinem gesundheitlichen, denke ich. Alles relativiert sich, alles verschiebt sich ... Wie kann, so denke ich an seiner Stelle, wie kann ich mich unter solch einem seelischen Druck um Speisepläne, Einkauf, Personalprobleme, Steuern, meine Wäsche, ja überhaupt auch um meinen ganz privaten Tagesablauf kümmern?

Ich denke, um diesen Kraftakt zu meistern, hat man nur zwei Alternativen: entweder totales Verdrängen oder akribisches Ordnen. Das eigene Leben neu ordnen: Prioritäten neu definieren, Checklisten aufbereiten, Bewertungen vornehmen und Qualitäten erkennen. Die Spreu des Lebens vom Weizen trennen ...

Klingt formelhaft, ist formelhaft, könnte aber hilfreich sein Happy

Die ALS-Offenbarung

(null)/(null)/(null) (null)
Gestern kam Bernd wider Erwarten schon nach 2 Tagen aus dem Krankenhaus wieder raus. Alle Befürchtungen haben sich bewahrheitet: ALS (Amyotrophe Lateralsklerose)! Oder auch treffender: die Absolut Letzte Scheiße, wie ich im Verlauf meiner Recherche auf der Website eines an dieser Krankheit verstorbenen Frank Kammacher gelesen habe.

DSC07698
Bernd im Sommer 2006

Die halbe Nacht habe ich damit zugebracht, das Internet zu durchforsten, und ich musste wieder einmal feststellen, dass es keine schnellere, umfassendere und ergiebigere Informationsquelle gibt als dieses Medium!

Bei Bernd fing es vor wenigen Wochen an: pelziges Gefühl in der linken Hand bis hin zum sporadischen Versagen der Greifkraft - symptomatischer Beginn dieser Krankheit, die man in diesem Stadium noch nicht einmal erahnen kann, schon gar nicht, wenn man wie in den meisten Fällen noch nie von ihr gehört hat.

Bis zum heutigen Tag ist kein Heilmittel für ALS bekannt. Mit Hilfe eines Medikaments kann lediglich eine Verlängerung der Lebenszeit um mehrere Monate erreicht werden. Die durchschnittliche Krankheitsdauer beträgt drei bis fünf Jahre - am Ende steht meist der Tod durch Atemlähmung. "Der Sterbeprozess verläuft entgegen vieler Befürchtungen relativ sanft. Die meisten Patienten schlafen ein und wachen nicht mehr auf" lese ich in einem
Stern-Report und denke: wie tröstlich ... Die ganze schlaflose Nacht kreisen unsere Gedanken um Bernd. Jutta bekommt Heulkrämpfe, ich selbst kann die Nachricht nicht fassen ...




©2007-2008 Wolfgang Prey Kontakt